Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Kunden,
entscheidende Grundlage für die Preisentwicklung von nichtrostendem Stahl und Aluminium bleiben die Metallkurse an den Warenbörsen, welche dem oft wechselndem und schwer voraussehbaren Interesse der Finanzanleger ausgesetzt sind. Der soeben vom LME gemeldete Rekord der Anzahl Transaktionen im April 2013 (insgesamt 14.517.213) zeigt, dass die meisten Geschäfte im Bereich von Finanzinvestitionen und nicht für den tatsächlichen Verbrauch getätigt werden. Die Kurse werden in US-$ ausgehandelt, dessen Kurs fluktuierte gegenüber dem CHF in diesen ersten Monaten 2013 zwischen 0.91 und 0.94, der Euro konnte etwas an Wert zulegen.
Die ersten Monate dieses Jahres waren geprägt von einem teilweisen Überangebot an den Metallbörsen, besonders ausgeprägt bei Nickel, aber auch bei Rohaluminium, und vom zunehmenden Desinteresse der Anleger an Rohstoffen. Dies hat abgesehen von einigen kurzfristigen Erholungen zur Abwärtsbewegung der hauptsächlichen Metallkurse geführt.
Der Börsenpreis von Aluminium hat in den ersten 4 Monaten 2013 9 % eingebüsst, für Nickel sind es 10 %. Chrom blieb praktisch unverändert, Molybdän verlor 4 %.
Nichtrostender Stahlschrott verlor im selben Zeitraum sogar 14 %. Aluminiumschrott hingegen konnte um 3.5 % zulegen, dies hängt mit der sehr grossen Energie-Einsparung beim Einschmelzen zusammen, was wiederum zu einer überdurchschnittlichen Nachfrage führt.
Hervorgehend aus diesen Indizes bestimmen die Stahl- und Metallproduzenten ihre Marktpreise. Bei kurzen Produktionsterminen leiden diese weitherum unter einer Flaute, die Anlagen sind ungenügend ausgelastet. Ein Ende dieser Situation ist zur Zeit nicht abzusehen. Service-Centers, Rohrproduzenten, der Handel und die Verarbeiter sind in ihren Dispositionen sehr zurückhaltend geworden. Die Werke haben versucht, der ungenügenden Nachfrage mit Korrekturen auf der Preisebene Rechnung zu tragen. Die Folge davon war ein harter Konkurrenzkampf um jeden einzelnen Auftrag. Dies wiederum führte dazu, dass eine ganze Branche ihre Kosten nicht mehr decken kann. Eine sehr grosse Anzahl von Stahl- und Aluminiumproduzenten sieht sich dieser prekären Situation gegenüber.
Als Folge dieser Entwicklung, welche bereits vor einigen Jahren ihren Anfang nahm, sich aber zunehmend verstärkte, haben sich z.B. im Inox-Bereich Produzenten zusammengeschlossen, bzw. die Rostfrei-Produktion aus ihren Konzernen ausgelagert, um Zusammenschlüsse zu ermöglichen. Das jüngste Beispiel hierfür ist der traditionsreiche ThyssenKrupp-Konzern, einer der Entdecker von nichtrostendem Stahl, welcher seine Rostfrei-Sparte zunächst als Inoxum separierte und anschliessend an den finnischen Outukumpu-Konzern verkaufte. Dies alleine zeigt schon, wie prekär Stahlwerke ihre Situation einschätzen.
Bereits jetzt sehen wir uns der Tatsache gegenüber, dass von ursprünglich (vor 20 – 25 Jahren) 12 europäischen potentiellen Rostfrei-Produzenten nur noch deren drei übriggeblieben sind. Der in einem solchen Prozess gleichzeitig notwendige Kapazitäts-Abbau hat aber nicht stattgefunden, im Gegenteil, durch erneuerte Anlagen wurde die Produktion ausgebaut.
Dies mag für Sie, sehr geehrte Kunden, aufgrund der aktuell sehr günstigen Preise unserer Produkte als Vorteil betrachtet werden. Die Lieferfähigkeit ab Lager ist kaum eingeschränkt, obwohl viele Verarbeiter die längerfristige Disposition als Streckengeschäft aufgaben und ihre Mengen aufgrund des tiefen Preisniveaus kurzfristig ab Lager eindeckten.
Dennoch betrachten wir die Situation mit einiger Sorge. Mittel- und längerfristig beurteilt ist diese Entwicklung im Stahl- und Metallbereich ein echtes Problem. Wenn eine ganze Branche ihre Kosten nicht mehr decken kann, so führt dies zwangsläufig zu restriktiven Massnahmen.
Sogenannte ‚Optimierungen‘ in der Produktion werden früher oder später die Folge sein, sie werden sich für unsere Konsumenten negativ auswirken. Die Auswahl der Produzenten wird weiter eingeschränkt, es findet eine Konzentration auf die hauptsächlichen Werkstoffe und Produkte / Dimensionen statt. Für Sondergüten und weniger gängige Abmessungen und Ausführungen werden aus Rationalisierungsgründen grössere Auftragsmengen verlangt, oder sie werden nicht mehr produziert. Die gerade für unsere Wirtschaft so wichtige und notwendige Spezialisierung könnte unter einem solchen Szenario deutlich leiden.
Solche Entwicklungen sind natürlich wiederum eine Chance für flexible Produktionen, innovative Anarbeitung und Distribution. Mit unserem erweiterten Dienstleistungsangebot aus dem Service-Center Möhlin (Querteilanlage, Tafelschere, Sägerei) haben wir deutlich an Flexibilität gewonnen und können Ihnen überall dort dienen, wo kurze Termine gefragt sind. Wir sind bereit und freuen uns, Ihre Bedarfsfälle zu bearbeiten!
Selbstverständlich wollen wir in dieser schwierigen Situation unsere Lieferfähigkeit ganz generell aufrecht erhalten und weiter verbessern, so z.B. auch durch den Ausbau unserer Lagerhaltung in Aluminiumprofilen.
In diesem Newsletter stellen wir Ihnen unsere Tafelschere TruShear 5164 näher vor.
Mit freundlichen Grüssen
Ihre
SAUTER EDELSTAHL
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